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Stauffer

Stauffer (1125 – 1254)

Aus der Königswahl in Mainz (30. Aug. 1125) ging Herzog Lothar von Sachsen als Sieger hervor, der sich mit dem Herzog von Bayern verbündete. Herzog Friedrich von Schwaben und sein Bruder Konrad aus dem Hause Hohenstaufen, die Neffen Heinrichs V., waren allerdings nicht bereit, das Reichsgut herauszugeben, das mit dem salischen Hausgut, ihrem Erbe, eng verflochten war.

1127 ließ sich Konrad zum (Gegen-) König ausrufen. Lothar organisierte in dem ihm nahestehenden Landschaften die Königsherrschaft neu. In diesem Zusammenhang gehört die Schaffung einer Landgrafschaft Thüringen (1129). Herzog Friedrich (1134) und sein Bruder Konrad (1135) mußten sich ihm unterwerfen. Durch seine Parteinahme in dem nach einer Doppelwahl ausbrechenden Streit weier Päpste erreichte Lothar III. Zugeständnisse gegenüber dem Wormser Konkordat. Am 4. Juni 1133 wurde er zum Kaiser gekrönt. Gegenüber den Nachbarn im Norden und im Osten konnte er die Vormacht des Reiches wiederherstellen. 1136 unternahm er einen zweiten Italienzug. Au f dem Rückweg starb er am 4. Dezember 1137.

Auf dem Sterbebett hatte der Kaiser das Herzogtum Sachsen seinem Schwiegersohn, Herzog Heinrich von Bayern aus dem Hause der Welfen, übertragen, der so zum mächtigsten Mann im Reich und zum potentiellen Nachfolger wurde. Als Termin für die Königswahl war Pfingsten 1138 vorgesehen. Die staufische Partei wählte allerdings am 7. März 1138 Konrad III. zum König, der kurz darauf in Aachen vom päpstlichen Legaten gekrönt wurde.

Da Herzog Heinrich die Huldigung verweigerte, wurden ihm Sachsen und Bayern entzogen; 1139 starb er. Nach kriegerischen Auseinandersetzungen erhielt 1142 der noch unmündige Sohn Heinrich (der Löwe) Sachsen zurück; sein Onkel Welf setzte in Bayern den Widerstand fort. Die Verhältnisse in Italien erforderten ein Eingreifen des Königs, der sich 1146 mit dem byzantinischen Kaiser verbündete.

Da Konrad III. 1147 am zweiten Kreuzzug teilnahm, trafen beide auch persönlich zusammen. Die Regelung der komplizierten Verhältnisse in Unteritalien beschäftigte den König auch in den folgenden Jahren. Am 15. Februar 1152 ist er gestorben.

Am 9. März 1152 wurde sein Neffe, Herzog Friedrich von Schwaben (Barbarossa) zum König gewählt; der gleichnamige Sohn des Königs wurde übergangen. Der neue König hat offensichtlich schon im Zusammenhang mit der Wahl einen Ausgleich mit den Welfen vorbereitet. Mit dem Papst erzielte Friedrich I. bezüglich der künftigen Italienpolitik ebenfalls Einvernehmen.

Am 18. Juni 1155 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Der vorgesehene Feldzug gegen die Normannen fand allerdings nicht statt. 1156 erhielt Heinrich der Löwe das Herzogtum Bayern. Das Territorium des bisherigen Inhabers, die Markgrafschaft Österreich, wurde von Bayern abgetrennt und in ein Herzogtum umgewandelt. Der neue Herzog erhielt für sich und seine Nachkommen umfangreiche Rechte (sogenanntes Privilegium Minus, 8. Sept. 1156).

Der Kaiser ließ Heinrich dem Löwen insbesondere in Norddeutschland künftig freie Hand. Er selbst konzentrierte sich in den nächsten Jahren auf die Italienpolitik; während seiner Regierung hat er sich sechs Mal über längere Zeit jenseits der Alpen aufgehalten.

1158 ließ der Kaiser durch den Reichstag von Roncaglia feststellen, daß alle Herrschaftsfunktionen in Reichsitalien letztlich von ihm stammten. Ähnliche Ansprüche erhoben auch andere Könige Europas in ihren Reichen. In vielen Städten Oberitaliens, insbesondere in Mailand, traf dies jedoch auf Widerstand. Als sich nach dem Tod des Papstes die Kardinäle, die in eine sizilien- und eine kaiserfreundliche Gruppe zerfielen, nicht auf einen Nachfolger einigen konnten, kam es am 7. September 1159 zu einer Doppelwahl.

Der Kaiser unterstützte Papst Viktor IV. und bekämpfte die Anhänger Alexanders II.; in diesen Kämpfen wurde im März 1162 Mailand eingenommen. Friedrich I. versuchte vergeblich, auch die Könige von Frankreich und England auf die Seite Viktors herüberzuziehen. In diese Zeit fällt die Heiligsprechung Karls des Großen kurz nach Weihnachten 165. Dieser neue Reichsheilige sollte die unmittelbare Gottesnähe des Kaisertums demonstrieren. Als 1166 im Königreich Sizilien der noch unmündige Wilhelm II. auf dem Thron folgte, versuchte der Kaiser, diese Schwäche zu nutzen.

Es gelang ihm, die Stadt Rom einzunehmen; Papst Alexander konnte jedoch entkommen. Da das kaiserliche Heer durch eine Seuche dezimiert wurde, bedeutete dieser Italienzug für den Kaiser eine Katastrophe, letztlich die entscheidende Wende in seiner Politik. Die Städtebünde, die sich in Oberitalien gegen den Kaiser gebildet hatten, wurden zu Machtfaktoren, mit denen man künftig rechnen mußte. Eine 1174 versuchte militärische Entscheidung in Oberitalien hat der Kaiser nicht erzwingen können.

Die Aussöhnung mit Papst Alexander wurde unumgänglich. Sie erfolgte am 24. Juli 1177 (Friede von Venedig). Im Juni 1183 schloß der Kaiser in Konstanz Frieden mit den Kommunen Oberitaliens; er verzichtete dabei auf die Durchführung der Beschlüsse von Roncaglia.

In Deutschland hatte Friedrich I. versucht, Haus- und Reichsgut neu zu organisieren. Das Herzogtum Schwaben war stets in der Hand eines Staufers. 1156 wurde die rheinische Pfalzgrafschaft, deren Güter sich am Mittelrhein konzentrierten, Friedrichs Halbbruder Konrad übertragen. Als die Klagen der von der Territorialpolitik Heinrichs des Löwen negativ Betroffenen lauter wurden und Friedrich die Hilfe dieses Herzogs für seine reichspolitischen Ziele nicht mehr benötigte, leitete er im Januar 1179 einen Prozeß ein, der sich über mehr als ein Jahr hinzog. Die Herzogtümer Sachsen und Bayern wurden neu vergeben (letzteres an das Haus Wittelsbach).

1181 mußte Heinrich in die Verbannung gehen. Er behielt lediglich den Eigenbesitz um Braunschweig und Lüneburg. Die alten Stammesherzogtümer waren damit zerschlagen. An ihre Stelle traten Herrschaftsgebilde unterschiedlichen Umfangs. Es entwickelte sich ein aus Geistlichen und eltlichen bestehender Reichsfürstenstand, dessen Angehörige versuchten, die hergebrachten Besitzungen und Rechte zu flächenhaften Territorien zu verdichten und die dort noch vorhandenen Rechte Dritter zu erwerben oder verdrängen. Dies führte noch zu Lebzeiten des Kaisers zu offenen Interessengegensätzen.

Das Jahr 1184 brachte mit dem Mainzer Hoftag (Pfingsten) und einem Treffen mit dem Papst (Herbst) noch einmal politische Höhepunkte. Heinrich der Löwe konnte aus dem Exil zurückkehren. Die Heirat des für die Nachfolge vorgesehenen Kaisersohnes Heinrich mit der potentiellen Erbin des Königreichs Sizilien eröffnete die Aussicht, dieses Reich auf friedlichem Weg doch noch zu erwerben. Als Krönung seines Herrscherlebens sah der Kaiser die Führung des (dritten) Kreuzzuges in das Heilige Land an, zu dem er 1189 aufbrach. Noch auf dem Wege ist er am 10. Juni 1190 im Fluß Saleph ertrunken.

1189 war unerwartet der König von Sizilien gestorben. Auseinandersetzungen im Reich, dann die Nachricht vom Tod des Vaters hinderten König Heinrich VI. daran, seine Ansprüche auf Sizilien vor Ort durchzusetzen. Die dortigen Barone wählten den Grafen von Lecce zum König. Erst 1191 kam Heinrich nach Italien; am 14. April wurde er zum Kaiser gekrönt.

Nachdem die Belagerung von Neapel gescheitert war, mußte er allerdings nach Deutschland zurückkehren. Der Papst erkannte den Grafen von Lecce als König von Sizilien an. Er glaubte, so die für ihn und seine Herrschaft in Mittelitalien bedrohliche Vereinigung der beiden Reiche verhindert zu haben. 1194 konnte Heinrich VI. das Königreich Sizilien jedoch in seine Hand bringen.

Nur noch einmal (1195/96) ist er nach Deutschland zurückgekehrt, um die Nachfolge seines 1194 geborenen Sohnes Friedrich zu sichern. Dessen Wahl konnte er erreichen. Sein Vorschlag, das Königtum und alle Reichslehen für erblich zu erklären (Erbreichsplan), scheiterte jedoch am Papst. Auch die Fürsten zogen ihre anfängliche Zustimmung wieder zurück. In dieser Situation starb der Kaiser überraschend am 28. September 1997 in Messina.

Der seit Januar 1198 regierende Papst Innocenz III. nutzte diese Situation dazu, Herrschaftsansprüche seiner Vorgänger in Mittelitalien durchzusetzen und mit der Witwe des Kaisers ein Übereinkommen zu treffen, in dem von der Nachfolge ihres Sohnes im Imperium nicht mehr die Rede war.

In Deutschland übernahm Herzog Philipp von Schwaben, der jüngste Sohn Barbarossas, die Führung der staufischen Partei. Die Gegner, denen es auch auf eine Betonung des Wahlrechts der Fürsten ankam, fanden im Grafen Otto von Poitou, einem Sohn Heinrichs des Löwen, den geeigneten Kandidaten.

Die in Thüringen (Ichtershausen, Mühlhausen) versammelte staufische Partei wählte im März 1198 Philipp, die welfische am 9. Juni Otto zum König; Otto IV. wurde am 12. Juli in Aachen gekrönt. Beide Könige suchten die militärische Entscheidung und warben dazu Verbündete. Einzelne Fürsten wechselten in den nun folgenden Auseinandersetzungen – z.T. mehrfach – die Partei und ließen sich dies durch Abtretung von Reichsrechten bezahlen.

In dieser unentschiedenen Situation gewann die Entscheidung des Papstes an Gewicht. Innocenz III. verlangte die reichsrechtliche Anerkennung der von ihm in Mittelitalien getroffenen Maßnahmen, die Otto IV., wenn auch nur zögernd, zugestand. Dementsprechend verwarf der Papst das Königtum Philipps, der allerdings, bedingt durch den Parteiwechsel einflußreicher Fürsten, im Reich die Oberhand zu gewinnen schien. Am 21. Juni 1208 wurde Philipp aus privaten Gründen in Bamberg ermordet.

Otto IV. fand allgemeine Anerkennung. Am 4. Oktober 1209 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Als er jedoch unmittelbar danach die traditionelle Italienpolitik seiner Vorgänger wieder aufnahm, wurde er vom Papst gebannt, der auf den Rat des Königs von Frankreich den jungen Staufer Friedrich, König von Sizilien, aufforderte, an die Stelle Ottos zu treten. Der zog im Herbst 1212 über die Alpen, fand schnell Anhang und wurde im Dezember 1212 in Frankfurt zum König gewählt.

Die Schlacht von Bouvines (27. Juli 1214), in der der König von Frankreich den König von England und den mit diesem verbündeten Otto IV. besiegte, entschied auch den deutschen Thronstreit. Otto zog sich in seine Stammlande zurück, wo er im Mai 1218 starb.

Das Ziel der Päpste war es weiterhin, die Vereinigung des Imperiums mit dem Königreich Sizilien zu verhindern. 1212 hatte Friedrich II. daher seinem kleinen Sohn Heinrich die Krone Siziliens überlassen müssen. Nachdem dieser 1220 in Frankfurt zum römischen König gewählt worden war, mußte Friedrich II. im Vorfeld der Kaiserkrönung (22. November 1220) seine Zusicherungen erneuern.

Die Regierung in Deutschland sollte während der Unmündigkeit Heinrichs von einer fürstlichen Regentschaft geführt werden, an deren Spitze Erzbischof Engelbert von Köln und nach dessen Ermordung (1225) Herzog Ludwig von Bayern traten. Dennoch hat der Kaiser auch weiterhin von Süditalien aus in die Politik jenseits der Alpen eingegriffen.

1220 hatte Friedrich II. den geistlichen Fürsten die in den letzten Jahrzehnten gewonnenen Hoheitsrechte bestätigen müssen (Confoederatio cum principibus ecclesiasticis). Sein Sohn Heinrich (VII.), der seit Weihnachten 1228 selbständig regierte, nahm die auf Vermehrung des vor allem im Südwesten konzentrierten Reichsguts gerichtete, expansive Territorialpolitik des Vaters wieder auf. Dabei stützte er sich vor allem auf die Reichsministerialen und die Städte. Da dies auf den Widerstand der Fürsten stieß, mußte er 1231 auf die Fortsetzung dieser Politik verzichten (Statutum in favorem principum).

Das wurde 1232 vom Kaiser bestätigt, der den Sohn förmlich verpflichtete, ihm künftig zu gehorchen und nichts mehr gegen die Fürsten zu unternehmen. Als er dagegen verstieß, kam der Vater im Frühjahr 1235 über die Alpen, zwang den Sohn zur Unterwerfung, nahm ihm die Königswürde und ließ in einkerkern. Auf einem Reichstag in Mainz im August 1235 wurde das Verhältnis zwischen dem Kaiser und den Fürsten erneut umschrieben. Friedrich II. erließ einen Reichslandfrieden und schuf ein institutionalisiertes Hofgericht; dort vertrat ein Hofrichter den Monarchen in seiner Funktion als oberster Richter.

Verständlich werden diese Zugeständnisse gegenüber den Fürsten auf dem Hintergrund der sich in Italien abspielenden Auseinandersetzung mit dem Papst, der 1227 den Kaiser gebannt und die Fürsten zur Wahl eines (Gegen-) Königs aufgefordert hatte; erst 1230 kam es zu einer Aussöhnung zwischen Papst und Kaiser.

Heinrich (VII.) war bis zuletzt vom Herzog von Österreich unterstützt worden. Gegen diesen richtete sich daher der Zorn des Kaisers. 1236 wurde Herzog Friedrich geächtet, die Herzogtümer Österreich und Steiermark eingezogen. Im Februar 1237 wurde in Wien der unmündige Kaisersohn Konrad IV. zum König gewählt. Später benötigte allerdings der Kaiser wieder die Unterstützung des Herzogs.

Erst nach dessen kinderlosem Tod (1246) hat er versucht, dessen Länder auf Dauer in die Hand zu bekommen. Ihr Besitz hätte wichtige Alpenpässe unter die Kontrolle des staufischen Hauses gebracht und den Druck auf die Städte der Lombardei erhöht. Dem gleichen Ziel diente die Heirat Konrads IV. mit einer Tochter des Herzogs von Bayern (1246).

Seit dem 20. März 1239 befand sich der Kaiser erneut im päpstlichen Bann. In den nächsten Jahren ildete sich in Deutschland eine päpstliche Partei, der vor allem geistliche Fürsten angehörten. Auch der 1242 vom Kaiser zum Reichsprokurator ernannte Heinrich Raspe, Landgraf von Thüringen, trat 1244 auf die Seite des Papstes über. Am 17. Juli 1245 erklärte ein in Lyon tagendes, allgemeines Konzil den Kaiser für abgesetzt.

Am 22. Mai 1246 wurde der Landgraf von Thüringen zum (Gegen-) König gewählt. Dieser konnte Konrad IV. in eine schwierige Lage bringen, starb jedoch schon am 16. Februar 1247. Am 3. Oktober 1247 wählte die päpstliche Partei, an der Spitze der Erzbischof von Köln, den Grafen Wilhelm von Holland zu seinem Nachfolger.

Er konnte sich vor allem im Nordwesten des Reiches durchsetzen. Am 13. Dezember 1250 ist Kaiser Friedrich II. gestorben. Sein Sohn Konrad IV. brach 1251 nach Sizilien auf, starb aber bereits im Mai 1254. Wilhelm von Holland fiel am 28. Januar 1256 im Kampf gegen die Friesen.

 

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