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Westfalen 545-1570

Römer und Germanen
Der Zusammenbruch der römischen Herrschaft im Rheinland markiert den Übergang vom Altertum ins Mittelalter. Als um die Mitte des 5. Jahrhunderts die Römer Köln verlassen, etablierte sich im Rheinland rasch eine neue Herrschaft aus einem Zusammenschluß verschiedener germanischer Stämme vom Niederrhein und aus dem Emsgebiet, den Franken.

Das 5. Jahrhundert war eine Zeit des Übergangs. Schon seit geraumer Zeit war die römische Herrschaft nur noch mühsam mit einem verwirrenden Wechselspiel von Koalitionen und Bündnissen, bei denen die Germanen eine wichtige Rolle spielten, aufrecht zu erhalten. Dem wachsenden Druck durch Völkerwanderung, innenpolitische Konflikte und wirtschaftliche Schwierigkeiten konnte das Römische Reich nicht lange standhalten. In dieses Machtvakuum stießen am Rhein die Franken.

Chlodwig I
Unter König Chlodwig I. kam es 506 zur Bildung eines gesamtfränkischen Reiches, das von der Mosel bis zum Rheinland reichte. Auch wenn vieles über diese Zeit im Dunkeln liegt, kann davon ausgegangen werden, dass der Übergang ins Mittelalter einen fundamentalen Bruch darstellte. Prinzipiell setzte sich eine nichturbane Lebensweise durch. Die Städte, die moderne Infrastruktur z.B. im Bereich Versorgung und Verkehr sowie die entwickelten Verwaltungsstrukturen verloren erheblich an Bedeutung. Zahlreiche Städte wurden sogar ganz aufgegeben. Das Gebiet des heutigen Westfalens wurde nach und nach Siedlungsgebiet der Sachsen.
Franken und Sachsen
Um 700 entsprach die Grenzlinie zwischen Franken und Sachsen in etwa den heutigen Gebietslinien zwischen Rheinland und Westfalen. Mit der Unterwerfung und Eingliederung des sächsischen Siedlungsgebietes in das Reich Karl des Großen trat um 800 der rheinisch-westfälische Raum erstmals als politische Einheit in Erscheinung. Mit der Aufwertung von Aachen als Kaiserstadt und Köln als eines der bedeutendsten Zentren des Abendlandes wurde die gesamte Region und ihre Entwicklung stark beeinflußt und begünstigt.
Die Kölner Erzbischhöfe
In der wechselvollen Geschichte der nächsten Jahrhunderte wird das Erzbistum Köln immer mehr zum wichtigen Machtzentrum. Die herausragende Stellung des Erzbistums Köln bildete zugleich auch eine historisch wichtige Klammer zwischen Rheinland und Westfalen. Die starke Stellung der Kölner Erzbischöfe sowohl im Hinblick auf weltliche als auch kirchliche Macht erfuhr aber in der Schlacht von Worringen 1288 eine Wende. In einer der blutigsten Schlachten des Mittelalters wurde das Heer des Kölner Erzbischofs vernichtend geschlagen. Der Weg wurde dadurch frei für die weitere Entwicklung weltlicher Herrschaftsgebiete und die Herausbildung territorialer Mächte wie z.B. die Herzogtümer Jülich und Berg. Auch die Stadt Köln selbst konnte sich vom Erbischof befreien und wurde freie Reichsstadt.
Die Hanse
Das 13. und 14. Jahrhundert ist durch den Aufstieg der Städte und deren wachsende Bedeutung in Wirtschaft und Politik gekennzeichnet. Im Bereich des Handels bildeten sich überregionale Beziehungen aus. Die Städte des Rheinlands und Westfalens pflegten intensive Wirtschaftskontakte von Spanien bis zum Baltikum. Rheinisch-westfälische Kaufleute waren in Frankreich, England, Russland und natürlich auch in den Niederlanden zu finden. Zahlreiche Städte gehörten zum wichtigsten Kaufmanns- und später Städtebündnis des Mittelalters, der Hanse. Mit dem Rhein und dem Hellweg begünstigten zwei der wichtigsten Verkehrs- und Handelswege der damaligen Zeit die wirtschaftliche Entwicklung.
Das Ende des Mittelalters
Schließlich findet das Mittelalter durch das aufbegehrende Bürgertum, in Deutschland zuerst durch die Hanse, ein Ende. Mit dem Beginn der Renaissance, wurde es spätestens durch Gutenberg ein Teil der bekannten und geschriebenen Geschichte. Im 15. Jahrhundert sind sowohl Westfalen als auch das Rheinland von heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen. Eine starke Landflucht war die Folge. Die schlimmen Pestepidemien in dieser Zeit dezimierten die Bevölkerung erheblich. Wirtschafts- und Versorgungskrisen waren die Folge.
 
Quelle:
Jörg Engelbrecht (1994): Landesgeschichte Nordrhein-Westfalen, Stuttgart: Ulmer.
Wilhelm Jansen (1997): Kleine Rheinische Geschichte, Düsseldorf: Patmos.

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